02.10 25
Arbeitslos, Personalverantwortliche und Arbeitsbemühungen
Ich bin jetzt schon seit über zwei Jahre ohne feste Arbeit (aus wirtschaftlichen Gründen den Job verloren) und werde im Moment dankend von meiner Gemeinde finanziell unterstützt. Soweit habe ich keine Probleme damit. Ich fühle mich deshalb als Mensch nicht schlechter oder glaube mich meiner momentaner Situation schämen zu müssen.
Ich habe zig Bewerbungen geschrieben und einige Vorstellungsgespräche geführt. Mein Lebenslauf und das Bewerbungsschreiben habe ich immer der jeweiligen Situation (Stelleninserat) angepasst – auch mit Rat von irgendwelchen Kursleitern oder Trainern, oder Musterbeispiele im Internet. Doch was hat es gebracht, leider nichts.
Ich war schon 2-3x kurz davor eine Zusage für die Stelle zu bekommen. Doch es hat sich während dieser Zeit, vom Vorstellungsgespräch bis zum Telefon des Personalberantwortlichen, immer irgendetwas ergeben, dass ich (auch kein anderer) die freie Stelle nicht bekommen habe. Manchmal habe ich fast das Gefühl, es muss so sein, dass ich im Moment pech habe wieder eine feste Arbeit zu bekommen. Denn ich spüre fast schon, wenn ich eine Absage bekommen werde oder es zu einer kommt. Aber vielleicht macht es auch bereits die Erfahrung aus das man fast einen “7 Sinn” für solche Empfindungen bekommt nach all der Zeit von Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Mitterweile sehe ich den eingereichten Bewerbungen und Vorstellungsgespräche gelassen gegenüber, mit dem Hintergedanken, es kommt eh wie es kommen muss, egal wie sehr ich mich anstrenge oder tue. Irgendwie hat das Schicksal beruflich etwas anderes mit mir vor, so habe ich manchmal das Gefühl, sodass ich es bis jetzt nicht geschafft habe, in meinen alten Beruf als Lagerist zurück zu kehren oder eine der Stellen zu bekommen für die ich mich bewerbe.
Als Arbeitssuchender (auch wenn man ein Schweizer ist) muss man sich vieles Gefallen lassen. Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass die Personalverantwortlichen einen Arbeitssuchenden wie eine Nummer vom Automaten behandelt und nicht immer als Menschen. Die eingereichten Bewerbungsdossier werden manchmal kaum beachtet bzw. einfach nur mal so überflogen oder bis garnicht. Bis man nach einer Woche mal nachfragt, weil man keine Reaktion bekommt, ob sie das Dossier bekommen haben. Erst dann werden sie darauf Aufmerksam und schauen es sich an – für was bewirbt man sich überhaupt?! Hat man es doch noch zu einem Vorstellungsgespräch geschafft, dann ist es wie in einer Lotterie. Zieht man beim Eintreten ins Personalbüro am Automaten das Arschticket (bildlich gesprochen), dann kannst du dich verhalten wie du willst, die Absage ist dir sicher. Es gibt keine Situation mit Personalverantwortlichen die ich nicht schon erlebt habe. Ich habe mich schon innerlich fragen müssen, wer hier wohl am Tisch einen neuen Job bräuchte.
Was auch sehr Demotivierend ist, sind die 0815 Standardabsagen auf Bewerbungsschreiben in die man Zeit und Energie investiert, mit der Hoffnung auf ein Vorstellungsgespräch und letztendlich eingestellt zu werden. Es kommt einem fast so vor, als würde der Personalverantwortliche der Tussi am Empfang das Bewerbungsdossier mit einer mündlichen Absage übergeben und sie druckt eine unterschriebene Standardabsage aus – und ab auf die Post. Ich habe mir angewöhnt auch anzurufen, wenn ich mit der Absage nicht zufrieden war und um Erklärung gebeten habe, wieso ich eine Absage bekomme, obwohl ich die Voraussetzungen für die Stelle 100% erfülle. Auch hier habe ich die unterschiedlichsten und auch unqualifizierte Antworten zu hören bekommen, die nur ein Kopfschütteln zulässt.
Fazit: Die Personalverantwortlichen können es sich in der heutigen arbeitswirtschaftlichen Situation leisten mit Arbeitssuchenden leger umzugehen. Denn auf 1 freie Stelle melden sich bis zu 400 (und mehr) Stellensuchende, auch aus dem Ausland. Auch wenn man für die freie Stelle 100% qualifiziert ist, bei der Behandlung und Absage kommt man sich wie ein unqualifizierten Deppen vor. Die Motivation lässt nach sich mit Elan hinzusetzen und Bewerbungen zu schreiben wie sie von den Personalverantwortlichen gerne gelesen werden, wenn sie nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen die sie eigentlich verdient haben. Von den zig Personalbüros will ich schon garnicht anfangen zu reden, dass würde meinen Blog sprengen.
Ach ja, ich bin immer noch auf Arbeitssuche….
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